Hier tat sich wohl der Himmel auf und es ergoss sich ein Regen aus perfekten Sandsteinblöcken. Ein Regen der wohl, würde er auch nur aus wenigen „steinernen Tropfen“ bestehen, von Kletterern unseres Breitengrades so sehnlich herbeigewünscht wird wie ein kaltes Bier von einem Saharaweitwanderer. Die Wälder wunderschön, die Boulderführer so dick wie drei Bibeln und viele Probleme äußerst „mirakulös“. So idyllisch dieser Platz auch erscheint, wird seine Ruhe von Herden von Boulderern gestört die über die Blockfelder herfallen wie ein Schwarm hungriger Heuschrecken über ein saftiges Weizenfeld……………
Und da standen wir nun, Ingo war schon öfter da, ich das erste Mal. Völlig gestresst von der Anzahl an tollen Blöcken irrten wir mit weit aufgerissenen Augen durch das Labyrinth aus Boulder wie ein notorischer Pilzjäger auf Speed. Ziemlich schnell kam mir eine fast geniale Eingebung: „Sandstein? Sandstein ist nicht Kalkstein!“ Und so stand für uns einige Zeit Gewöhnung an den neuen Felsen an der Tagesordnung. Bald verstummten Kommentare unsererseits wie: „ Der Boulder schaut aber leicht aus, der ist eh so flach!“. Leider zwang uns der „dezente“ Hautverlust zu Ruhetagen an denen wir die netten Dörfer der Umgebung erkundeten und zwischendurch immer wieder versuchten, mit allen durch die Pharmaindustrie zur Verfügung gestellten Cremen und Tinkturen, unsere Haut ein wenig „ganz“ zu kriegen.
Wenn man sich in so einem fremden Gebiet befindet dann ist es toll wie neu sich alles anfühlt. Die Struktur des Felsens, seine Rauheit, die neunen Bewegungen und der ständige Kontakt mit der Natur. Schwierigkeitsbewertungen rückten in den Hintergrund, der Spaß am reinen Klettern und an der Bewegung wurde immer wichtiger…….

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